Videostill © Kim Dotty Hachmann

serie tier: revier III, 2006

revier III gipfelt dabei in einem Crescendo zweier einander fauchend konfrontierten Tiere. Auf einer Waldlichtung kämpft die Künstlerin gegen sich selbst, als wäre der Feind nicht außen zu suchen, sondern in uns selbst.

Tierfilme im Fernsehen verkitschen häufig ihren Gegenstand zu einer bieder belehrenden Idylle. Zeitschriften für die schwangere Frau oder die junge Mutter entziehen ihrem Stoff Zähne und Klauen, d.h. alle die Idealisierung störenden Emotionen. Und während Kinder sich in der Regel den Tieren näher fühlen, sich – wenn es sich um Haustiere handelt – von diesen weit mehr als von Erwachsenen gefallen lassen, reagieren Erwachsene meist erschreckt, verstört oder mit Befremden auf ihre private Tierverwandtschaft, wenn diese sich in ihren Träumen zurückmeldet.

Kim Dotty Hachmann erzählt, ihre Schwangerschaft habe instinktive Regungen in ihr geweckt, die sie sonst nicht wahrgenommen habe. Diese Erfahrung bündelt sich in Videosequenzen, in denen die Ausnahmesituation der animalischen Existenz, des hilfreich Tierischen, mit einer analytischen Spiegelung ins Feld der Kunst projiziert wird. Der provozierend nackte, erotische Körper mit den Fellreizen lockt modische Klischees von Bemächtigung hervor, wird jedoch mit dem Tierischen im Sexuellen und mit einfach Kreatürlichem konfrontiert und letzteres aggressiv oder zärtlich verteidigt oder behütet. serie tier artikuliert jenen Moment, wo das Menschliche sich auf instinktiv erinnerte Gefühle stützt, die wir mit den Tieren lustvoll teilen können.

Videoloop DV 4:3, 1:10 min., Ort: Garage, Tiergehege

Text: © Prof. Ursula Panhans-Bühler

Webseite: kimdottyhachmann.de