Filmstill © Claudia von Funcke
Die Verdichtung und Explosion des urbanen Raums entwickelt immer neue Dispositionen, Komplexitäten und Widersprüche. Städte wachsen fieberhaft, horizontal wie vertikal, sie zeigen mehr Bewegung als Zustand, changieren zwischen Wandel und Stabilität. Sie sind Agitation, Zirkulation, Vibration, zersplitterte Totalität zugleich – im Idealfall ein offenes und fließendes System.
Die Stadt ist Labor und Werkstatt, try and error, Wahnsinn und Normalität. Die Stadt ist gleichzeitig Großraumskulptur und Gesamtkunstwerk, ein Montageraum, ein temporäres Arrangement, ein täglich neues Ereignis: mögliche Projektionsfläche für politische und soziale Utopien, angelegt irgendwo zwischen Überforderung und Normalität, zwischen kompletter Irrationalität und eigener Wirklichkeit.
Stadt und Architektur werden zunehmend als Medium der Diagnostik verstanden, als Ort in dem Regel und Abweichung, Fragen und Antworten auf die Anforderungen immer kürzerer Zeitspannen erprobt werden müssen. Fokus und Perspektiven dürfen und müssen ständig neu ausgerichtet werden.
In der Arbeit DACH | BODEN wird eine 2-Kanal Videoprojektion auf die Decke der Freiluftbühne des Gutshofes Britz projiziert. Pflaster, Straßen, Rolltreppen, Deckenkonstruktionen und oberirdische Stromleitungen in der Luft schieben sich ineinander. Oben und unten werden aufgehoben, beides wird in der Vertikalen miteinander verschränkt und der Betrachter in die Irre geleitet. Der Boden wankt, die Stadt steht Kopf und erfindet sich neu.
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